Freiwillige Feuerwehr

Die Bezugsquelle ist, bzw. sämtliche im folgenden gemachten Angaben, stammen aus dem Buch

Bulthem, Luttken Bulten, Klein Bülten. Die Geschichte des Dorfes Bülten. Herausgeber ist der Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V. Diese Chronik stammt aus dem Jahr 2004. Bei den folgenden Kapiteln zur Freiwilligen Feuerwehr geht es hier – in Auszügen – um die Themen:

  • Das Feuerlöschwesen und die Freiwillige Feuerwehr in Klein Bülten
  • Die Freiwillige Feuerwehr Klein Bülten
  • 1945 und danach
  • Die Jugendfeuerwehr in Bülten

Die vollständigen Texte sind im Buch nachzulesen. Wenn es um die Freiwillige Feuerwehr geht, stammen diese aus der Feder von Helmut Wöbbeking und Udo Bellon.

Das Feuerlöschwesen und die Freiwillige Feuerwehr in Klein Bülten

Feuerlöschwesen vor 1935

Die Feuerwehr wurde erstmalig aktenkundig mit einem Brief des Königlich Preußischen Landrates vom 14. November 1905 an den Gemeindevorsteher von Klein Bülten, in dem letzterer aufgefordert wird, binnen 14 Tagen die Feuerwehr betreffenden neuen Ortsstatuten zurückzunehmen und die alten wieder als gültig zu erklären. Diese alten Statuten liegen nicht mehr vor. 

Es ist sicher richtig anzunehmen, daß es mindestens ab 1880, als die heute noch vorhandene Handdruckspritze angeschafft wurde, in Klein Bülten schon eine Pflichtfeuerwehr gab. Alle tauglichen Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren waren verpflichtet, bei Bränden Löschhilfe zu leisten, und das nicht nur im eigenen Ort, sondern auch in den Nachbardörfern. 

Die im Dorf gelegenen Teiche waren keine ergiebigen und zuverlässigen Löschwasserreservoire; sie waren im wesentlichen Viehtränken, die nur von Schmelzwasser und Regen gespeist wurden. Einer davon war der Rote Teich (namensgebend für die Teichstraße), auf dem Platz gelegen, auf dem heute das Feuerwehrhaus steht. Ein weiterer befand sich auf dem Anwesen der ehemaligen Bäckerei (in der Nähe der Saugstelle am Festplatz). Verbessert wurde die Löschwasserversorgung erst 1940 durch den Bau einer 100 Kubikmeter fassenden Zisterne auf dem Gemeindegrundstück zwischen dem Weg An der Kapelle und dem Wittigschen Hof. Bei Sanierungsarbeiten am Trinkwassernetz, die der Wasserbeschaffungsverband Peine 1955 durchführte, wurden 47 Hydranten im Ort installiert und damit die Löschwasserversorgung sichergestellt. 

Die Freiwillige Feuerwehr Klein Bülten

Aus der Zeit vor 1935 ist nichts bekannt von gezielter Unterweisung der Feuerwehrmänner im Löschwesen, jetzt aber sollten Dienst- und Löschvorschriften befolgt und praktische Übungen abgehalten werden. So wichtig erschien das wohl nicht allen Mitgliedern, denn Brandmeister Wittenberg mußte seine Kameraden dringend ermahnen, sich häufiger an den angesetzten Übungen zu beteiligen. 

Ein herausragendes Ereignis war 1940 die Übergabe des neuen Gerätehauses, das trotz des kriegsbedingten Mangels an Baumaterial noch fertiggestellt worden war. Darüber berichtete die Peiner Zeitung mit der Schlagzeile:

Neue Feuerwache in Klein  Bülten. Ein neues Wahrzeichen – der 18 m hohe Schlauchturm.

Sie lobte das Gerätehaus als einen zweckentsprechenden Bau, der innen wie außen eine vorbildliche, geschmackvolle Anlage zeige. 

Im Laufe der Kriegsjahre kam das Vereinsleben auch bei der Feuerwehr mehr und mehr zum Erliegen, denn nicht wenige der Aktiven waren zur Wehrmacht eingezogen worden. Die letzte Versammlung, die neuerdings Dienstbesprechung zu heißen hatte, fand am 13. April 1941 statt. Mit Runderlaß vom April 1941 forderte die Reichsregierung die örtlichen Wehrführer auf, die Schlagkraft der Feuerwehren durch Heranziehen von “Ergänzungskräften” zu erhalten. Dadurch blieb die Einsatzfähigkeit der Wehren auch während des Krieges erhalten.

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Freiwillige Feuerwehr
Freiwillige Feuerwehr
Freiwillige Feuerwehr

1945 und danach

Retten – Löschen – Bergen – Schützen, das sind die Aufgaben der Feuerwehr, die laufend den sich ändernden Anforderungen angepaßt werden müssen. Das bedeutet für die Aktiven, neben den wöchentlichen Gruppenübungen an Zusatzausbildungen wie Geräteunterweisung, Atemschutztraining, Gefahrgutbehandlung, Sanitätswesen pp. teilnehmen zu müssen. 

In Bülten stellt sich die Feuerwehr auch außerhalb ihrer eigentlichen Aufgaben in den Dienst des Gemeindewohls und sichert die Umzüge beim Schützenfest und anderen Anlässen, pumpt überschwemmte Keller leer, sammelt von den Gartenbesitzern Holz für das alljährliche Osterfeuer ein. Und neben allen diesen Tätigkeiten kommen Spaß und Freude nicht zu kurz. Ausflüge, Grillen, Kameradschaftsabende, Wintervergnügen. Und dabei werden die Passiven und Familienangehörigen mit einbezogen. 

Die Jugendfeuerwehr in Klein Bülten

Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Herrmann Oelkers war die treibende Kraft, der die Freiwillige Feuerwehr Bülten ihre Jugendfeuerwehr zu verdanken hat. 

Elf Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahren hatten sich gemeldet, denen von Wolfgang Rühmann, der die Aufgabe des Jugendfeuerwehrwartes übernommen hatte, das nötige Grundwissen vermittelt wurde. 

Das Mindestalter beim Eintritt in die Jugendfeuerwehr ist 10 Jahre, nach dem 16. Geburtstag kann der Wechsel zu den Aktiven erfolgen. Das gilt gleichermaßen für Mädchen, von denen 1992 erstmalig zwei aufgenommen wurden. 

Das Amt des Jugendfeuerwehr – Wartes hatten seit der Gründung sieben Kameraden inne. Nach elf Jahren Dienst in diesem Amt wurde Rolf Henke 1994 anläßlich der Feier zum 25 jährigen Bestehen der Nachwuchsgruppe von der Landesfeuerwehr Niedersachsen mit der Sankt – Florian – Medaille ausgezeichnet.