Die Markuskirche

Der Kirchenbau

von Pastor Martin Blasig

Grundsteinlegung: Ende Oktber 1955 begannen die Ausschachtungsarbeiten für den Kirchenbau. Die Grundsteinlegung erfolgte am Sonnabend, den 09. November nachmittags um 15:30 Uhr. Dieses für Klein Bülten wohl einmalige Ereignis fand unter starker Beteiligung der Einwohner statt. Inmitten der sich ein bis zwei Meter über den Erdboden erhebenden Grundmauern des Kirchenbaues ragte ein großes, schlichtes Holzkreuz empor, als sich sehr viele Einwohner, der Kirchenvorstand, die Ratsherren sowie Vertreter der Wirtschaft und der am Bau beteiligten Firmen zur Grundsteinlegung eingefunden hatten. Superintendent Rauterberg aus Groß Solschen und der Ortsgeistliche , Pastor Baltzer, stellten den Kirchenbau unter den Schutz Gottes. 

Als erster tat dann Superintendent Rauterberg die symbolischen drei Hammerschläge auf den Grundstein. Ihm schlossen sich an Pastor Baltzer, die Kapellenvorsteher Bähre, Marris, Prange und Munzel, Architekt Renneberg aus Hildesheim und Baumeister Lattemann aus Groß Solschen. Ein jeder sprach einen Segenswunsch für das im Entstehen begriffene Gotteshaus, zumeist aus der Heiligen Schrift entnommen, begleitet von den drei Hammerschlägen. Mit dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser und dem Choral “Nun danken alle Gott” klang die feierliche Grundsteinlegung aus. 

Markuskirche
Markuskirche
Markuskirche

Das Bauwerk

Das 27,84 Meter lange und 15 Meter breite Gotteshaus fügt sich mit seinem modernen Baustil harmonisch in das umgebende Siedlungsgebiet. Der 20 Meter hohe Turm, der einen goldenen Wetterhahn hat, ist in den Hauptbau einbezogen und bildet mit dem Westwerk, in dem auch der Konfirmandensaal und die Orgelempore untergebracht sind, eine Front. Das Kirchenschiff selbst ist asymetrisch angelegt. Die südliche Turmseite kehrt ihre Front der Schützenstraße zu, so daß die Achse des Kirchenschiffes in Richtung von Südosten nach Nordwesten verläuft. Der Kirchturm hat ein Satteldach und nimmt drei Glocken auf. Der Altarraum erhält sein Licht hauptsächlich durch die hohen, schmalen Fenster der Ostseite. Der Eingang liegt im Westen, wo eine große Dachfläche besonders weit heruntergezogen ist. Die Nordseite als Stirnwand des Altarraumes ist in ihrem oberen Teil von einem großen Bildglasfenster eingenommen. Das Kirchenschiff weist 200 und die Empore 56 Sitzplätze auf. Auf der Empore ist eine Orgel mit 16 Registern aufgestellt. Bei besonderen Anlässen können die Besucher des Gottesdienstes auch noch auf den rund 100 Stühlen des Konfirmandensaals , der durch große Schiebetüren geöffnet werden kann und so mit dem Kirchenschiff verbunden ist, Platz nehmen. 

Im Innenraum der Kirche ist allbeherrschend das lebensgroße, an der Decke vor dem Altar aufgehängte, kupferne Kruzifix. Es wurde von dem Bremer Goldschmiedemeister Bolze ausgeführt. In dessen Werkstatt auch der Schmelzemailleschrein hergestellt ist, der als Hauptbild das Heilige Abendmahl darstellt, an den Seiten von zwei Evangelisten flankiert. Auch die zwei Altarleuchter, das silberne Abendmahlsgerät und das silberne Taufbecken sind ein Werk des Bremer Goldschmiedemeisters. 

Ausblick

Die erste goldene Konfirmation in unserer Kirche mag dafür stehen, daß die Geschichte der Kirchengemeinde wie auch die Dorfgeschichte weitergeht. Die Bedingungen werden schwieriger, die Geldmittel knapper. Pastor Martin Blasig ist seit dem 1. Januar 2000 auch für die Gemeinde Ölsburg zuständig, langfristig wird der Pastor von Bülten möglicherweise nicht mehr im Dorf wohnen, sondern von außerhalb kommen. 

Selbstbewußtsein und Selbstständigkeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden daher mehr und mehr gefragt sein. Ebenso gehört zu den Aufgaben der Zukunft, über Gemeindegrenzen hinaus gemeinsam zu glauben, zu leben und zu feiern. In den Jahren 2000 und 2001 hat die Kirchengemeinde das Feierabendmahl, das Reformationsfest mit Lutherschmaus und eine Gemeindefahrt zur Wartburg gemeinsam mit der Kirchengemeinde Ölsburg veranstaltet – Erfahrungen die Mut machen und einen Weg in die Zukunft weisen.

Eine Zukunft die nach unserer christlichen Hoffnung allen in den Händen unseres Herrn Jesus Christus legt. “Jesus Christus – gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.” Dieses Wort steht am Anfang und am Ende der Kirchengeschichte, auch über der Geschichte der Kirche in Klein Bülten. 

Bezugsquelle: Die Inhalte zum Thema stammen vollständig aus der Feder des Herrn Pastor Martin Blasig. Diese und weitere Imhalte sind im Buch Bulthem – Luttken Bulten – Klein Bülten . Die Geschichte des Dorfes Bülten nachzulesen. Herausgeber: Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e. V. Ausgabe des Buches: 2004